zurück zur Startseite extranet | english | français
Wir über unsKontakt
Wir über uns | Ziele| Aktuelles / Pressemitteilungen| Mitglieder

 Aktuelles / Pressemitteilungen
zurück
03.12.2008

Parlamentarischer Abend in Berlin –Technik und Dienstleistung der Zukunft gehören zusammen

Anfang November veranstaltete der Brüsseler Kreis traditionell seinen Parlamentarischen Abend in Berlin. Zum Zukunftsthema assistive Umgebung konnte er zahlreiche Gäste aus der Politik begrüßen. Neben Annette Widmann-Mauz, die die Schirmherrschaft übernommen hat, informierten sich beispielsweise auch die behindertenpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion, Hubert Hüppe, und der SPD-Fraktion, Silvia Schmidt, der parlamentarische Staatssekretär im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Dr. Hermann Kues, sowie zahlreiche weitere Bundestagsabgeordnete.
Der Brüsseler Kreis machte deutlich, dass sich soziale Unternehmen in einem stetigen Wandel befinden und sich die Mitglieder des Brüsseler Kreises mit der Entwicklung neuer Möglichkeiten und Handlungsansätze beschäftigen. Eine Handlungsmöglichkeit biete dabei die Verwendung von Technik mit dem Ziel, die Selbständigkeit von Menschen zu fördern und damit das Wohnen in der eigenen Häuslichkeit so lange wie möglich zu unterstützen, so Dr. Fritz Krueger. Neben der stärkeren Inanspruchnahme von ambulanten Wohn- und Assistenzangeboten seien auch stationäre Wohnformen weiterhin Teil des Angebots. Im Fokus müsse nicht die Frage nach ambulant oder stationär stehen. Vielmehr müsse die Frage gestellt werden, in welcher Umgebung und mit welcher auch technischer Assistenz könne ein Mensch mit Unterstützungsbedarf möglichst autonom leben. Dabei sei der Mensch in allen Lebenssituationen Adressat einer intelligenten Technik.
Dr. Werner Wilke von VDI/VDE Innovation + Technik GmbH erläuterte schließlich die technischen Möglichkeiten, um eine autonome Lebensführung zu ermöglichen. Er machte in seinem Vortrag deutlich, dass Ambient Assisted Living die Förderung der Umsetzung und des Einsatzes von innovativen technischen Hilfsmitteln zum Gegenstand habe. Technik könne dazu verhelfen, den Freiheitsraum und die Autonomie von Menschen mit Assistenzbedarf zu vergrößern. Wilke veranschaulichte, dass intelligente Technik sensibel und anpassungsfähig auf die Anwesenheit von Menschen und Objekten reagiert und dadurch dem Menschen vielfältige Dienste leisten kann. So gibt es beispielsweise Sensoren, die Bewegungen im Raum oder überlaufendes Wasser in Bad oder Küche wahrnehmen können und diese Informationen an eine zentrale Leitstelle weiterleiten können. Aus solchen Informationen kann die Leitstelle beispielsweise sehen, ob eine Person im oder neben dem Bett liegt, ob die Badewanne im Bad überläuft usw..
Steht eine Person nachts aus dem Bett auf, so kann durch das Zusammenspiel verschiedener Sensoren das Licht automatisch eingeschaltet werden. Dies vermindert die Sturzgefahr erheblich.

Auf europäischer Ebene gibt es inzwischen den zweiten Call für das Förderprogramm Ambient Assisted Living. Dies hat einen Umfang von 700 Mio. Euro. Das Thema Ambient Assisted Living ist somit auch auf europäischer Ebene hoch aktuell und wird dementsprechend gefördert.
Im Zentrum der Diskussion im Plenum standen die Frage nach der Akzeptanz von Technik in Deutschland sowie die praktische Anwendung der vorgestellten technischen Möglichkeiten. Dabei konnten die Mitglieder des Brüsseler Kreises nochmals deutlich herausstellen, dass technische Unterstützung keine persönliche Pflege und damit auch keine Mitarbeiter ersetzt. Vielmehr diene die Technik dazu, Mitarbeiter zu entlasten, die Autonomie von Menschen zu erhöhen und möglichem Fachkräftemangel in der Zukunft entgegenzuwirken. Der Brüsseler Kreis stellte klar, dass Technik und Dienstleistung zusammengehören und sich nicht gegenseitig ausschließen. Der demographische Wandel mache es erforderlich, Technik einzusetzen, um Lebensqualität im eigenen Wohnraum und der angestammten Umgebung zu erhalten. Die Technik ersetze nicht Professionalität, sondern verändere sie. Ebenso sei Technik nur eine Möglichkeit der Weiterentwicklung von sozialen Dienstleistungen.
Die Themen, die im Plenum erörtert und diskutiert wurden, wurden bei den Tischgesprächen vertieft.
zurück

© Der Brüsseler Kreis Impressum Druckversion