15.12.2005
Das Sozialwerk St. Georg und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe vereinbaren ein Modell auf der Grundlage des Positionspapiers des Brüsseler Kreis "Ausgangslage und Zukunftsvision für die Behindertenhilfe in Deutschland"
Das Sozialwerk St. Georg (Gelsenkirchen) und der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) haben eine Modell-Vereinbarung abgeschlossen, mit der sie die durchschnittlichen Ausgaben in der Behindertenhilfe reduzieren wollen. Die Vereinbarung ist die erste dieser Art in Nordrhein Westfalen und will Kosten senken, ohne die Betreuungsqualität für die behinderten Menschen zu schmälern.
Das Sozialwerk verpflichtet sich, die Ausgaben zur Betreuung der rund 1.600 Menschen in seinen Wohnheimen um 1,5 Prozent zu senken. Außerdem sollen während der dreijährigen Laufzeit 180 Menschen aus den Wohnheimen in das Ambulant Betreute Wohnen wechseln.
Im Gegenzug wird der Landschaftsverband Strukturvorgaben und Nachweispflichten lockern, hieß es am Montag (12.12.) bei der Unterzeichnung in Münster. Der LWL schätzt, dass er mit der Vereinbarung knapp eine Million Euro pro Jahr sparen wird. Der LWL bezahlt zur Zeit für einen Menschen mit Behinderung im Wohnheim zirka 110 Euro pro Tag.
"Wir brauchen mehr Menschen im weniger betreuungsintensiven Betreuten Wohnen. Und wir müssen - bei unveränderten Leistungsanforderungen - die Kosten für jeden Einzelfall senken," so LWL-Direktor Wolfgang Schäfer . Mit solchen Vereinbarungen trügen die Einrichtungen zur Dämpfung des Kostenanstiegs bei. Schäfer: "Wir wären sehr zufrieden, wenn wir solche Vereinbarungen landesweit mit allen erreichten."
"Wir wollen wissen, was im Rahmen dieses Modellprojektes im Ergebnis für unsere Klienten, für die Einrichtungen und den Kostenträger herauskommt", sagte Dieter Czogalla , Vorstandsprecher des Sozialwerkes St. Georg und Sprecher des Brüsseler Kreises. "Die Zielvereinbarung beeinhaltet auch Anreize oder Sanktionen, wenn Ziele übererfüllt oder nicht erfüllt werden."
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